Biusne, Büsen, Busen, Butzen – aus diesen Namen entwickelte sich der heutige Ortsname des idyllischen Nordsee-Heilbades. Büsum wurde 1140 das erste Mal urkundlich erwähnt und war damals noch eine Insel vor der Küste Dithmarschens. Die Südseite der Insel wurde über Jahrhunderte durch die Gewalt der Sturmfluten abgetragen, wobei die Insel sich an der Nordseite durch Landzuwachs vergrößerte. Durch diese Entwicklung kam es letztendlich im 16. Jahrhundert zur Eindeichung an das Festland.
Seit 1837 darf sich die Gemeinde offiziell Nordseebad nennen und seither hat sich das ehemalige Fischerdorf zu einem überaus beliebten Urlaubsort entwickelt. Neben der Fischerei ist seither der Tourismus für die Büsumer Wirtschaft von großer Bedeutung. Früher unter dem Begriff Fremdenverkehr geprägt stellt heute der Tourismus die bedeutendste und verlässlichste Einnahmequelle dar.
Nachdem 1883 der Ausbau der Straße nach Heide sowie der entsprechende Bahnanschluss erfolgten, konnte man Büsum auch verkehrstechnisch ohne Probleme erreichen.
Durch Traditionen, wie das um 1900 von einem Hamburger Gast erfundene Wattenlaufen mit Musik, welches bei den Urlaubern bis heute große Beliebtheit erfährt, hatte Büsum touristisch auch damals viel zu bieten.
Ebenfalls bis heute bedeutend für die Gemeinde Büsum ist das Jahr 1949. Seit diesem Jahr trägt Büsum den Zusatz „ Heilbad“ und entwickelte sich auch touristisch stetig weiter. Mit großen Projekten, wie der Sturmflutenwelt „Blanker Hans“ oder dem Umbau des Kurmittelhauses in ein Gesundheits- und Thalassozentrum, sowie des Wellariums in ein Erlebnisbad wurde das touristische Angebot auch in den letzten Jahren stetig ausgebaut.
Chronik von Büsum
Die spannende Geschichte der Entwicklung vom alten Biusne zum heutigen Nordsee-Heilbad Büsum können Sie hier in unserer Chronik ab dem Jahr 1100 bis heute nachlesen.
1100
1140 Die Insel Busen und der Ort Biusne (Büsum) tauchen erstmals in einer Bremer Urkunde auf.
1200
1208 Ermengard, die Gemahlin des Stader Grafen Otto III, verschenkt die Insel Büsum an das Kloster Hersefeld bei Stade.
1400
1455 schreibt der Büsumer Priester Johannes Plöne das von 16 Männern beschlossene Deichrecht nieder.
1500
1506 herrscht die Pest. Es sterben 600 Menschen.
1585 Die Büsumer machen ihre Insel landfest.
1586 baut man eine neue Schleuse und einen neuen Hafen.
1600
1645 Im Dreißigjährigen Krieg flüchten viele aus Dithmarschen nach Büsum. Schwedische Truppen plündern das Dorf aus.
1800
1818 Kirchspielvogt Bruer lässt die ersten Badekarren von der Horst in die Nordsee rollen. Leider auch in die Pleite.
1828 Trotz Tanz auf der Tenne misslingt der zweite Bad-Gründungsversuch.
1837 870 Büsumer verwandeln ihr Fischerdorf ganz offiziell in ein Nordseebad.
1839 Die völlige Zollfreiheit wird aufgehoben.
1856 Ein Pferderennen auf der Berme begeistert die Gäste.
1880 Der Hamburger Julius Scholz propagiert den Heilwert des Wattwanderns.
1883 Die Eisenbahn erreicht Büsum als erstes schleswig-holsteinisches Nordseebad.
1884 30 Büsumer gründen die Freiwillige Feuerwehr. Sie kämpft nicht nur gegen Brände, sondern auch gegen den „Blanken Hans“ (Sturmfluten).
1886 Die Statistik registriert erstmals mehr als tausend Sommerfrischler.
1889 32 Büsumer Bürger kaufen die Badeeinrichtungen für 15 000 Mark von den alten Betreibern und gründen einen Badeverein.
1891 Strandkörbe lösen die Aufenthalts-Zelte ab.
1894 Eine Segelregatta um Preise für jedermann kommt so gut an, dass 1895 – der Segelregatta-Verein für die Unterhaltung der Urlauber gegründet wird.
1895 Kaiser Wilhelm II eröffnet den Nord-Ostseekanal „Kiel-Brunsbüttel“.
1896 Die Gemeinde übernimmt das Bad, die Kurtaxe wird eingeführt und die Lesehalle auf der Horst öffnet die Pforten. Sie hat „Türzuschlaghinderer“. Der Quallendraht vor dem Damenbad erweist sich als Fehlkalkulation. Bei Ebbe hängen die abgefangen Tiere hoch und trocken. Es stinkt in Büsum.
1900
1900 Ein Hamburger Kurgast hat die Idee für die Wattenpolonaise. In einigen Straßen geht das elektrische Licht an. Das Telefon ist da.
1903 Eltern und Kinder können im Familienbad gemeinsam baden gehen. Singles bleiben ausgesperrt und fotografieren ist strikt verboten. In die „Licht-, Luft- und Sonnenbäder“ wagen sich nur jene, die Bräune im Gesicht dulden. Einem Büsumer gelingt das Konservieren von Krabben, die achtjährige Kinder (staatlich genehmigt) auspulen dürfen.
1908 erregt die barwadige Wattenmaid auf dem Büsumplakat ziemlich viel Aufsehen bei den Moralwächtern.
1911 Büsum stöhnt unter dem heißesten Sommer seit Menschengedenken. Das Thermometer fällt 23 Tage lang auch nachts nicht unter 25 Grad. 6000 Gäste suchen Abkühlung im fast genauso warmen Wasser.
1912 Die erste gewählte Wattenkönigin setzt die Krone auf. Badekommissar ist ein hauptamtlicher Posten.
1913 boßeln erstmals Urlauber im Watt. Neuer Leuchtturm wird in Betrieb genommen, neuer Friedhof und der Rathausplatz erhält den Namen Kaiser- Wilhelm-Platz.
1914 Bei Ausbruch des ersten Weltkrieges verlassen die Kurgäste fluchtartig die Nordsee. Der Bau des Rathauses beginnt.
1916 Am 15. Februar findet die erste Gemeinderatssitzung im neuen Rathaus statt.
1920 Inflation, Warenknappheit, Wohnungsnot. Ein Zeppelin schwebt über Büsum.
1921 wird die erste Hafenbetriebsgesellschaft gegründet.
1922 Das Aquarium und die Zoologische Station sind neue Attraktionen.
1924 Eine feste Lesehalle löst den bis dahin hölzernen Bau ab. Sie hat ein extra Schreibzimmer. Hafenerweiterung durch Inselbau und Bau des Polizeigebäudes.
1925 Seewasser-Warmbad Johannsen und die Büsumer Jugendherberge eröffnet.
1928 entdeckt Sir Alexander Fleming das Penicillin. Die Strandkörbe lernen das Liegen und Hamburger Fremdenblatt wird täglich eingeflogen.
1929 erlebt Büsum den ersten Flugtag.
1931 können sich Gäste im Warmbad Schlickpackungen verpassen lassen.
1936 fließt zentral gefördertes Wasser aus Büsumer Hähnen.
1938 Der Hafenausbau beginnt mit der Westmolenverlängerung.
1939 spielen die Gäste in einem kriminalistischen Wettbewerb Detektive. Der zweite Weltkrieg bricht aus.
1945 Am 04.05. Bomben auf Büsum.
1946 Erste Volkshochschule gegründet. Aus Lazaretten entsteht ein Krankenhaus.
1947 Zwei Jahre nach Kriegsende Wiederaufnahme des Kurbetriebes und es kommen auch schon wieder die ersten Gäste.
1948 veröffentlicht Büsum als erstes schleswig-holsteinisches Nordseebad die DM- Preise nach der Währungsreform. Für 75 D-Mark wohnt man zwei Wochen mit Vollpension in einfachen Häusern. Der Bettpreis für ein gut möbliertes Zimmer pendelt zwischen 1,50 und 2,00 Mark.
1949 Büsum ist staatlich anerkanntes Heilbad. Beginn des Kanalisationsbaus.
1950 Das „Wattenlaufen mit Musik“ feiert 50. Geburtstag.
1951 Ausbau des Hafenbeckens III.
1954 nimmt der Zimmernachweis den Gästen die Quartiersuche ab.
1955 Neon-Straßenbeleuchtung.
1956 Liegehalle am Seedeich mit Blick auf das Meer ist fertig gestellt. Auf dem Berlin-Stein steht die Kilometerzahl 415. Das Stöfen-Silo wird gebaut und die Büsumer Straßen erhalten eine Asphaltdecke.
1957 Büsum feiert 120. Bad-Geburtstag und, weil man die Doppel-Null datumsmäßig verpasst hatte, einfachshalber den Hundertsten gleich mit.
1959 Der Traumsommer beschert einen Besucherrekord von fast 150 000 „Passanten“. Die Kurkapelle spielt im neuen Musikpavillon.
1962 Die Sturmflut holt Musikpavillon und Strandkorbbude. Die Deiche drohen zu brechen.
1963 Die Deiche sind jetzt 8,50 Meter hoch (früher 7,40 Meter), der grüne Strand wuchs in die Breite. Das Krankenhaus wird geschlossen. Die Büsumer Werft wird an Harmstorf verkauft.
1964 steht wieder ein Musikpavillon auf dem Seedeich. Urlauber können erstmals Rundflüge buchen und Büsum aus der Luft betrachten. Ernst-Heinrich Dethlefs wird zum ersten hauptamtlichen Bürgermeister gewählt.
1965 Büsum bekommt einen zweiten Campingplatz.
1967 Das beheizte Meerwasser-Wellenhallenbad eröffnet endgültig die Ganzjahressaison. Die Bundesbahn bietet erstmals Winterpauschalreisen von Hamburg nach Büsum an. Das Schlagwort von der doppelten Wirkung winterlicher Kuren geht rund. Mit 32 500 Kur- und fast 250 000 Tagesgästen rückt Büsum in der Beliebtheitsskala schleswig-holsteinischer Nordseebäder auf Platz fünf.
1970 Erste Starts und Landungen auf dem Flugplatz Heide/Büsum. Im Haus des Kurgastes am alten Hafen gibt es nahezu alle denkbaren Schlechtwetterunterhaltungen und einen verbesserten Gäste-Service.
1971 Im Wellen-Hallenbad badet der millionste Gast. FKK-Strand in Westerdeichstrich. Bau des Büsumer Hochhaus und Aufschüttung des Sandstrandes.
1972 Sandliebhaber stellen ihren Korb auf den aufgespülten weißen Strand in der Perlebucht. Seehundaufzuchtstation wird eingerichtet. Erster Einsatz von Freizeithelfern in Büsum (Pilotprojekt von „Kirche-Freizeit und Erholung“).
1973 Schwere Sturmfluten gefährden den Deich. Teile des Deiches vom Sandstrand werden zerstört.
1974 Büsum bekommt eine Tennishalle. Windsurfen wird immer beliebter. Einrichtung einer Surfschule am Sandstrand. Büsum bekommt seinen ersten hauptamtlichen Kurdirektor: Günter Grote.
1975 Bau des Seglerhafens. Das neue Kurmittelhaus wird eingeweiht. Erster Computer bei der Kurverwaltung. Das 75. Jubiläum der Wattenpolonaise wird gefeiert. Die „Super-Saison“ meldet erstmals über 1 Mio. Übernachtungen.
1976 Die neuen Deiche halten der höchsten bisher festgestellten Sturmflut stand.
1977 FKK-Baden einmal wöchentlich in der Meerwasser-Schwimmhalle. Die Alleestraße wird zur Fußgängerzone umgebaut.
1978 Der Strandkorb feiert sein 100. Jubiläum. 11,4% mehr Wintergäste. Wanderwege werden markiert.
1979 25 Jahre Seebäderverkehr der Reederei Cassen Eils nach Helgoland. Schneestürme und Hochwasser können weiteren Anstieg der Gästezahlen nicht aufhalten.
1980 Der Musikpavillon im Kurpark wird gebaut. Büsum meldet 10 000 Gästebetten. Anstieg von Gästezahlen und Kuranwendungen.
1981 Die Alleestraße wird zur Fußgängerzone umgebaut.
1982 Einweihung des Kurgast-Zentrums am Südstrand. Die Meerwasser- Trinkkurhalle besteht seit 30 Jahren. Einweihung des Sturmflutsperrwerks bringt mehr Sicherheit für die Menschen hinter dem Deich.
1984 Sturmflutpfahl zeigt die Hochwassermarken an. Anschluss an das Erdgasnetz.
1985 Büsum bekommt eine Zentrale Zimmervermittlung. Die Vermittlung läuft über Elektronische Datenverarbeitung. Meerwasser-Schwimmhalle wird erweitert. Neu: Bewegungsbecken, Whirlpool, Kaltwasserwand, Kinderplanschbecken und Empore mit Ruheliegen und Sonnenbänken. Krabben-Express fährt durch Büsum. Im Marienhof entstehen neue Ferienwohnungen.
1986 BMX-Bahn für Jugendliche im Hafenkoog. Der neue Vorhafen wird eingeweiht. Die Büsumer Werft schließt ihre Tore. Büsum verzeichnet neuen Besucherrekord: 91 000 Kurgäste, 1,34 Mio. Übernachtungen.
1987 Grundsteinlegung für das Forschungszentrum und Ozeaneum der Kieler Universität im Hafenkoog.
1988 neue Slipanlage im Hafenbecken II. Erweiterungsbau des Kurmittelhauses. Büsum bekommt eine Fernsehverkabelung.
1990 850-Jahr-Feier Büsums.
1991 wird der Anbau des Kurmittelhauses feierlich eröffnet.
1999 finden zum ersten Mal die „Krabben- und Fischtage“ am Hafen statt. Am Ankerplatz wird die Persiluhr aufgestellt, die Büsum bei einem Wettbewerb gewonnen hatte.
2000
2001 Büsum wird in den Wintermonaten November bis Februar kurabgabefrei. Eröffnung des „museum am meer“ und Gründung des „Museumshafen- Vereins“
2002 Eröffnung des Gesundheits- und Thalassozentrums „Vitamaris“. Neubau der Terrasse am Gäste- und Veranstaltungszentrum. Beginn des Umbaus des Meerwasserwellenbades „Wellarium“ zum „Piraten Meer“. Quit-Zertifizierung für hervorragende Dienstleistungsqualität in der Touristenbetreuung und Touristeninformation.
2003 Erweiterung des Wellness-Bereiches vollzogen. TIN-Klassifizierung als Vorgabe zur Vermittlung von Ferienwohnungen und Privatzimmern über die Zentrale Zimmervermittlung Büsum (Qualitätssteigerung des Büsumer Angebotes). Büsum wird Viabono-Gemeinde und Nationalpark-Gemeinde.
2004 Eröffnung des umgebauten Strandüberganges und Kinderspielparadieses „Mini-Maxi-Club“. Eröffnung des neuen Freizeit- und Erlebnisbades „Piraten Meer“.
2005 Baubeginn der Sturmflut- und Erlebniswelt „Blanker Hans“.
2006 15.04.2006 Eröffnung der Sturmflutenwelt „Blanker Hans“.
2007 Neue Beschilderung der Strandübergänge mit Ortsplänen. Eröffnung des Freilicht-Deichmuseums. Eisverkauf am Sandstrand. Wiedereinführung der Winterkurabgabe ab 2008 beschlossen.
2008 Umbau des Kurparks zum Wohlfühlgarten mit Vital-Parcours.



